Aufstockung der Intensivtransportkapazitäten bei der Berliner Feuerwehr

Einhergehend mit einer Steigerung der Fallzahlen in der derzeitigen COVID-19-Ausbreitung muss auch mit einer Steigerung intensivbehandlungspflichtiger Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern des Landes Berlin gerechnet werden. Dadurch kann es zu einer wachsenden Beanspruchung von Intensivtransportmitteln und auch einer Zunahme überörtlicher Intensivtransporte kommen.  

Für die Abdeckung der Intensivtransporte im Regeleinsatzbetrieb sind derzeit vier Intensivtransportwagen (ITW) der Hilfsorganisationen als Teil der Berliner Notfallrettung für das Land Berlin tätig. Diese ITW können jedoch aufgrund der vorgenannten Situation und der dynamischen Entwicklung der Lage schnell an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Aus diesem Grund wurde ein Konzept erstellt, mit dem es möglich sein wird, eine erhebliche Zahl zusätzlicher intensivmedizinischer Transporte durchzuführen. Ein Teil dieses Konzeptes ist die temporäre Umrüstung von drei Rettungswagen der Berliner Feuerwehr zu voll funktionsfähigen Intensivtransportwagen. Die Fahrzeugwahl fiel dabei auf die seit Oktober 2019 neu in Dienst gestellten Projekt-RTW, die aufgrund einer völlig neuen Konzeptionierung des Patienteninnenraumes die besten Voraussetzungen für die Umrüstung zu einem ITW bieten. Die Fahrzeuge werden zu der bereits vorhandenen medizinischen Ausstattung unter anderem mit einem Beatmungsgerät zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit schwerem Lungenversagen, weiteren Spritzenpumpen, NEF-kompatiblen Notfallrucksäcken und Medikamenten sowie weiterer für die intensivmedizinische Patientenversorgung wichtiger Gerätschaften und Verbrauchsmaterialien ausgerüstet. Ebenso wird die persönliche Schutzausrüstung mit Atemschutzhalbmasken, Schutzkitteln und -brillen, Mund-Nasen-Schutz sowie Flächen- und Handdesinfektionsmitteln für Patientinnen und Patienten sowie die Besatzung sichergestellt. Personell werden die Fahrzeuge mit drei Einsatzkräften, bestehend aus einem Maschinisten und einer notfallmedizinischen Fachkraft der Berliner Feuerwehr sowie einer notärztlichen Einsatzkraft besetzt sein.

Bereits am 29. März ging das erste Fahrzeug als ITW 3300 auf der Feuerwache Suarez in Charlottenburg in den Dienst. Zwei identische Fahrzeuge werden in den nächsten Tagen auf der Rettungswache Mariendorf und der Feuerwache Pankow in den Dienst gestellt.

Als weiterer Teil des Konzeptes zur Aufstockung der intensivmedizinischen Transportkapazitäten werden die vorhandenen RTW-S und der auf der Lehrrettungswache Mitte vorhandene RTW-I ebenfalls für den Einsatz als Intensivtransportwagen personell und materiell ausgerüstet. Besonders zu erwähnen ist hierbei, dass auf einem RTW-S und dem RTW-I der Transport von Patienten mit einer ECMO-Trage (extrakorporale Membranoxygenierung) möglich ist. Hierbei handelt es sich um eine spezielle intensivmedizinische Technik, bei der eine Maschine teilweise oder vollständig die Funktion der Lunge übernimmt.

(dp/ut)

  • Dienstübergabe auf dem ITW 3300

    Dienstübergabe auf dem ITW 3300

  • Umgerüsteter Projekt-RTW

    Umgerüsteter Projekt-RTW

  • Sauerstoffversorgung

    Sauerstoffversorgung

  • umgerüsteter Projekt-RTW

    umgerüsteter Projekt-RTW